
Hafeninfo
Ausflug nach San Pedro Sula:
Vor dem Schiff erwarten uns drei uralte Schulbusse, so alt und klapperig,
dass man sie in Deutschland schon als Antiquität einstufen würde. Der Bus
fährt los und jetzt wird es richtig laut.
Wir verlassen die Hafenstadt Puerto Cortez, es hört auf zu regnen. Aus den
Fenstern sehen wir alles, was wir aus Ländern der dritten Welt sonst nur aus
dem Fernseher kennen. Arme Menschen, die auf und neben ihrem Müll leben,
Hütten, die wir zu Hause vermutlich unseren Haustieren nicht zumuten würden.
Kinder, die rechts und links der von uns befahrenen, mehrspurigen,
autobahnähnlichen Straße spielen. Ab und zu überqueren Menschen, mit
Plastiksäcken bepackt, diese Straße. Die Hupe unseres Busfahrers hält sie
nicht davon ab.
Nach rund einer Stunde erreichen wir San Pedro Sula, nach der 500 km weiter
gelegenen Hauptstadt Tegucigalpa die zweitgrößte Stadt mit rund 500.000
Einwohnern, wirtschaftliches Zentrum. Der Ort wächst rasant. Firmen,
hauptsächlich aus USA und Korea lassen sich dort nieder und produzieren dort
ihre Produkte. Die Firmen zahlen keine Steuern, müssen aber ihre fertigen
Produkte auch wieder ausführen. Die Arbeitskräfte sind billig, so wird das
Ganze für alle zum Geschäft. Die Armut scheint hier nicht ganz so
ausgeprägt, obwohl die Bewachung vieler Einrichtungen, teilweise sogar
Tankstellen, durch, bewaffnete, private Security eher anderes vermuten
lassen.
Wir lassen uns erklären, dass ein Arbeiter, der etwa 180 US$ pro Monat
verdient, hier schon zu den Überdurchschnittlichen in der Gesellschaft
zählt.
Erstes Ziel in San Pedro Sula: ein Markt für Einheimische. Man hat sich
inzwischen schon auf die spärlichen Touristen eingestellt, verkauft
Handarbeiten, Schmuck, aber auch Lebensmittel und aus minderwertigen
Material zusammen geschreinerte Stühle und Tische.
Es geht weiter zur Besichtigung einer Kaffeefabrik. Uns erklärt der
Schweizer Betriebsleiter die Produktion, von der Anlieferung der Bohnen, der
weiteren Verarbeitung und Sortierung, bis zur Abfüllung in Säcken. Dort ist
ein Arbeiter damit beschäftigt, aus einem Silo je 65 kg Kaffeebohnen in
Säcke abzufüllen, ein daneben stehender Arbeiter näht die Säcke mit einem
Handgerät zu. Man hilft weiteren, heraneilenden Arbeiten die Säcke auf den
Rücken zu hieven. Diese bringen teilweise im Laufschritt diese Säcke in eine
benachbarte Lagerhalle. Was für ein Job !